Anlagenradar Quelle: Bundesnetzagentur — Marktstammdatenregister · Stand 02.09.2026

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Speicher-Anschlussquote: Wie viele Gewerbeanlagen einen Speicher haben

22. August 2026 · 4 Minuten

Von 39.463 gewerblichen Photovoltaikanlagen ab 100 kWp hat der Betreiber bei 14,9 Prozent überhaupt einen Speicher registriert. Das ist der niedrigste Wert im gesamten Anlagenbestand — und er wird in keiner Statistik ausgewiesen.

Über Batteriespeicher wird in Deutschland vor allem im Zusammenhang mit Eigenheimen gesprochen. Dort sind sie längst Standard: Wer heute eine Dachanlage baut, baut in der Regel einen Speicher dazu. Für gewerbliche Anlagen gibt es diese Zahl bisher nicht.

Wir haben sie aus dem Marktstammdatenregister berechnet.

Das Ergebnis

Im Bestand der Anlagen ab 100 kWp, deren Betreiber eine Organisation ist und nicht der Energiewirtschaft angehört, liegt die Speicher-Anschlussquote bei 14,9 Prozent. In absoluten Zahlen: 33.582 von 39.463 Anlagen haben keinen registrierten Speicher am Standort.

Zum Vergleich: bundesweit sind 2.703.379 Speichereinheiten mit 30,6 GW registriert — der ganz überwiegende Teil davon in Haushalten.

Warum das keine Nachfrageschwäche ist

Naheliegend wäre die Erklärung, dass sich Speicher im Gewerbe nicht rechnen. Dagegen spricht die Entwicklung der Strompreise: Anlagen in der Direktvermarktung verlieren inzwischen einen erheblichen Teil ihrer Erlöse in Stunden mit negativen Preisen, und genau dagegen hilft ein Speicher.

Plausibler sind die Hürden davor: Netzverträglichkeitsprüfung, Anlagenzertifikat, Brandschutzkonzept, Stellungnahme des Netzbetreibers. Der Speicher selbst ist inzwischen ein Serienprodukt; der Weg zum Anschluss ist es nicht.

Wo die Unterschiede liegen

Über 283 Landkreise mit mindestens 50 Anlagen im Segment reicht die Spanne von Roth (2,3 %) bis Mainz (43,1 %).

Wie die Zahl entsteht

Die Zuordnung eines Speichers zu einer Erzeugungsanlage erfolgt in drei Stufen: über die im Register hinterlegte gemeinsam registrierte Solareinheit, sonst über die Lokation, sonst über die Betreibernummer.

Die dritte Stufe ist eine Näherung. Ein Betreiber mit mehreren Standorten

kann den Speicher woanders betreiben. Die Quote ist deshalb eher zu hoch als

zu niedrig — der tatsächliche Wert liegt vermutlich darunter.

Umgekehrt werden Speicher nicht erkannt, die unter einer abweichenden Betreibernummer registriert sind. Beide Fehler wirken gegenläufig, der erste ist der größere.

Quelle und Nachnutzung

Grundlage ist der Gesamtdatenexport des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur, Stand 02.09.2026. Die Berechnungen sind in der Methodik beschrieben. Die Zahlen dürfen mit Quellenangabe verwendet werden.

Anlagenradar, „Speicher-Anschlussquote: Wie viele Gewerbeanlagen einen Speicher haben“, Auswertung des Marktstammdatenregisters, Stand 02.09.2026, anlagenradar.de/analysen/2026_08_a_speicher_anschlussquote/